Wo Medizin studieren?
Wo Medizin studieren?
19. August 2019

4 Gute, ungewöhnliche Gründe für das Medizinstudium

4 Gute Gründe für das Medizinstudium
Es gibt viele Gründe für ein Medizinstudium. Die meisten sind oft persönlicher Natur; persönliche Erfahrungen, die man gemacht hat, einschneidende Erlebnisse. Hier habe ich mal ein paar eher ungewöhnliche, aber gute Gründe zusammengetragen.
Vielleicht regt Dich der ein oder andere ja zum Nachdenken an!

Grund Nr. 1: Herausforderungen im Medizinstudium

Was Wäre das Leben ohne Herausforderungen? Genau! Verdammt langweilig! Der psychologischen Bedürfnispyramide nach Maslow zu Folge (die lernt man auch im Medizinstudium), haben wir verschiedene Ebenen von Bedürfnissen. Sobald die Grundbedürfnisse nach Nahrung, Überleben, Sicherheit und Zuneigung gestillt sind, rückt das Bedürfnis nach Selbstverwirklichung, nach persönlichem Wachstum in den Vordergrund. Dieses Bedürfnis ist ziemlich tricky: Es kann nie vollkommen gestillt werden! Das heißt, man muss stetig an sich arbeiten, um der Erfüllung dieses Bedürfnisses nahe zu kommen!

Ich persönlich liebe es, neue Fertigkeiten zu lernen und mich stetig zu verbessern! Du liebst es auch? Dann bist Du im Medizinstudium gut aufgehoben!
Das Medizinstudium ist einer der anspruchsvollsten Studiengänge und eine einzige große Herausforderung. Es benötigt eine ganze Menge an Disziplin, um die unzähligen Muskeln, Stoffwechselwege, Medikamente und Krankheiten zu lernen. Dabei sind die meisten Themen gar nicht so komplex und in den Klausuren werden meistens auch gelernte Fakten abgefragt, wodurch der Fokus für gute Noten im Medizinstudium sicherlich auf dem auswendig Lernen liegen sollte.

Damit man die ganzen Fakten auch in der Birne behält, muss man sich beim Lernen richtig konzentrieren und regelmäßig Gelerntes wiederholen. Das kann manchmal echt zermürbend werden. Vor allem in den ersten Semestern ist eine richtige Herausforderung, so viele verschiedene Fächer auf ein Mal lernen zu müssen. Es ist ganz anders als in der Schule, in der man noch Anwesenheitspflicht hatte und in der es gereicht hat, 5 Tage vor der Klausur mit dem Lernen anzufangen. An die Ansprüche im Medizinstudium muss man sich erst mal gewöhnen. Man muss in diese Ansprüche hineinwachsen.

Am Physikum wachsen

Im zweiten bis dritten Semester haben die meisten ihre persönlichen Lerntechniken entwickelt, mit denen sie am besten klar kommen und die besten Klausurergebnisse erzielen. Doch dann kommt auch schon die nächste Herausforderung: Das Physikum (erstes Staatsexamen).
„Jetzt muss ich den ganzen Stoff der letzten 4 Semester nochmal alles auf ein Mal lernen?! Wie soll das denn zu schaffen sein? Ich habe doch nur 6 Wochen Zeit dafür!“ Das war jedenfalls das, was ich mit damals gedacht habe. Wenn man noch Klausuren nachschreiben musste, war die Zeit noch knapper. Selbst mit einem strukturierten Lernplan war es eine gigantische Herausforderung. Lernen, Wiederholen, Kreuzen, zwischendurch was in die Futterluke schieben und abends kaputt ins Bett fallen. 45 Tage lang. Jeden Tag. Von morgens bis abends. Irgendwann kapituliert auch da der disziplinierteste Medizinstudent. Da am Ball zu bleiben ist eine echte Herausforderung. Natürlich habe ich zwischendurch auch mal ein paar Tage Pause gemacht, einfach nur um den Schädel frei zu bekommen. Als das Physikum mit 2 schriftlichen und einer mündlichen Prüfung dann endlich bestanden war, war ich echt happy. Endlich mal ein paar Wochen lang keinen Input. Keine Tabellen oder Grafiken mehr auswendig lernen. Diese freie Zeit nach dem Physikum war wirklich notwendig. Denn zum 5. Semester wartet direkt die nächste Herausforderung: Die Klinik.

Das klinische Studium - Wissen, Geschicklichkeit und Sozialkompetenz kombinieren

In der Klinik werden die Inhalte der Vorklinik nun mit Krankheiten erweitert. Das bedeutet, dass man den Stoff der Vorklinik nicht vollkommen vergessen darf. Zwischendurch muss man sich auch hier nochmal ran setzen und das Renin-Angiotensin-Aldosteron-System und Konsorten zu wiederholen. Erweitert wird dies noch mit der Herausforderung im Patientenkontakt. Während in der Vorklinik noch die Lehrbuchschläue ausgereicht hat, muss man jetzt Gelerntes mit der Realität verknüpfen. „Habe ich jetzt gerade eine Aortenklappenstenose oder eine Aortenklappeninsuffizienz gehört? Habe ich auch alle Vorerkrankungen notiert?“ Immerhin möchte man bei der Patientenvorstellung vor den Ärzten gut dastehen.

In den Famulaturen und im PJ kommen dann wiederum neue Herausforderungen auf einen zu. Jetzt braucht man noch Fingerfertigkeit beim Legen von venösen Zugängen oder beim Assistieren im OP. Man muss ständig an sich arbeiten und die praktischen Skills verbessern. Immerhin dauert es nicht mehr lange bis man die Verantwortung für eigene Patienten übernimmt und in der Notaufnahme entscheiden muss, ob der Patient jetzt stationär aufgenommen werden muss, oder nach Hause gehen kann.
Wer also auf Herausforderungen steht, der ist im Medizinstudium goldrichtig! Man muss kontinuierlich an sich arbeiten, um den Anforderungen gerecht zu werden. Nach Abschluss des Studiums hört es nicht auf. Ganz im Gegenteil! Man übernimmt immer mehr Aufgaben und lernt viele neue Fertigkeiten. Man wächst stetig an seinen Aufgaben. Wenn Du also Bock hast, über Dich hinaus zu wachsen, dann solltest Du das Medizinstudium und die Laufbahn als Arzt in Betracht ziehen!

„Nichts ist hilfreicher als eine Herausforderung, um das Beste in einem Menschen hervorzubringen“ - Sean Connery

Grund Nr. 2 Man hat einen immensen Einfluss auf das Leben anderer Menschen

Es gibt kaum etwas Erfüllenderes, als mit der eigenen Arbeit das Leben anderer Menschen zu verbessern. Dadurch hat man eine Sinnhaftigkeit in der eigenen Arbeit, der in anderen Bereichen schwer zu finden ist. Dieser Sinn in der eigenen Arbeit lässt sich mit dem englischen Begriff „purpose“ ganz gut umschreiben. Mit einem purpose hat man eine Aufgabe, ein Ziel, eine Mission, nach dem man sein Leben ausrichten kann. Er ist wie ein Wegweiser, ein Kompass für den eigenen Lebensweg.
Sicherlich kann man auch in anderen Bereichen und Studiengängen seinen purpose finden. Das hängt immer von den persönlichen Beweggründen ab. Natürlich kann man auch mit anderer Arbeit glücklich werden.
Wer es sich allerdings als Ziel gesetzt hat, das Leiden auf der Welt zu reduzieren, dem Leben anderer Qualität zurückzugeben und jeden Tag etwas Gutes zu tun, der sollte überlegen, die medizinische Laufbahn einzuschlagen.
(Das bedeutet keineswegs, dass das auch nicht in anderen Berufsfeldern möglich ist!)

„Wer sein eigenes Leben und das seiner Mitmenschen als sinnlos empfindet, der ist nicht nur unglücklich, sondern kaum lebensfähig.“ – Albert Einstein

Grund Nr. 3 Ärztemangel: Relativ sicherer Beruf mit Zukunft

Wir haben deutschlandweit einen Mangel an Ärzten. Vor allem auf dem Land. Doch auch in den Städten fehlt es an Ärzten. Solange es in Großstädten Klinikärzte gibt, die 24 Stunden und mehr am Stück arbeiten, kann niemand erzählen, es gäbe genug angestellte Ärzte. Auch bei den niedergelassenen Ärzten gibt es einen Mangel. Man wartet teilweise mehrere Wochen, in manchen Gebieten und Fachrichtungen sogar Monate auf einen Termin bei einem Facharzt.
Was hat der Ärztemangel konkret für Folgen, wenn Du heute ein Medizinstudium beginnst?
Ganz klar: Durch den Mangel an Ärzten, wirst Du kaum Probleme haben, eine Stelle zu bekommen! Vor einigen Jahren gab es eine „Ärzteschwemme“, in der es mehr Ärzte als Stellen gab. Dadurch wurde es für Absolventen ziemlich schwierig, ins Berufsleben zu starten. Heute sieht die ganze Situation umgekehrt aus: Es gibt zu wenig Ärzte und die Bevölkerung wird immer älter, wodurch die Nachfrage nach ärztlicher Versorgung in den nächsten Jahren stark zunehmen wird.
Wenn Du heute also ein Medizinstudium beginnen würdest, dann wirst Du in der Regel keine großen Probleme bei der Jobfindung haben. Es kann eventuell sein, dass Du nicht unbedingt an Deiner Traumklinik in deiner Traumabteilung beginnen kannst, aber immerhin kannst Du arbeiten! Durch die Tarifverträge verdienen Ärzte in verschiedenen Krankenhäusern auch ungefähr das Gleiche.
Bei der Übernahme oder Gründung einer Praxis sieht es dann relativ ähnlich aus. Einige Regionen finanzieren schon heute die Übernahmekosten, wenn man sich in dieser Region niederlässt.
Folgen des Ärztemangels für Dich: Du bekommst schnell einen Job, verdienst ganz gut und kannst Dich später relativ leicht selbstständig machen.

Grund Nr. 4 Vielfältigkeit und Naturwissenschaft

Wenn Du Bock auf Wissenschaft hast, kannst Du Dich im Medizinstudium austoben. In der Vorklinik kommt man um Biochemie und Physiologie nicht drum herum. Danach kannst Du Dir aussuchen, ob du gerne weiterhin einen Fokus auf die Naturwissenschaft legst, indem Du eine Doktorarbeit im Labor machst. Nach dem Studium kannst Du auch eine rein wissenschaftliche Karriere in der Forschung anstreben, wenn Dir der Patientenkontakt nicht so gut gefallen sollte.
Ab der Klinik kannst Du Dir also gewissermaßen aussuchen, wie viel Fokus Du auf die naturwissenschaftlichen Aspekte der Medizin legen möchtest. Wenn Du doch lieber mit Patienten arbeitest, kannst Du auch mit einer klinischen Studie den Doktorgrad erlangen. Im Medizinstudium hast Du also andere Auswahlmöglichkeiten als in anderen Naturwissenschaften, in denen die Arbeit im Labor und der Forschung meistens im Vordergrund steht.
Natürlich musst Du keine Doktorarbeit schreiben, wenn Du das nicht möchtest. Du kannst nach dem Studium auch in anderen Branchen, zum Beispiel bei Pharmaunternehmen oder Krankenkassen arbeiten. Du hast also eine riesige Auswahl an Möglichkeiten nach Deinem Abschluss!
Wo hat man diese Auswahl sonst ?
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